Einkauf von Transportleistungen
Alles kein Hexenwerk, wenn man strategisch genau so vorgeht, wie beim Einkauf von anderen Dienstleistungen oder Waren auch. Mit diesen Worten könnte man den Vortrag am 02. April 2014 des im Logistikbreich erfahrenen Referenten Hans-Peter Stiemer zusammenfassen.
Zunächst wurden bestimmte Begriffe erklärt, damit jeder weiß, wovon man überhaupt spricht. Ein Logistikdienstleister kann z.B. eine Frachführer oder ein Spediteur sein.
Wir sprechen also von Logistik und dem Teil, der sich um den Transport von Waren befasst. Welche Ziele hat eigentlich die Logistik bzw. der Einkauf von Logistikdienstleistungen? Wie bei anderen Unternehmensbereichen auch, geht es um einen Qualitätsvorsprung und Kostenvorsprung gegenüber den Mitbewerbern. D.h. auf der einen Seite eine Steigerung der Logistikqualität und auf der anderen Seite eine Senkung der Logistikkosten. So ist es denn nicht verwunderlich, dass der billigste Transport nicht immer die beste Wahl sein muss, wenn man die Logistikkette etwas intensiver betrachtet.
Interessant waren die Erläuterungen zu Rahmenverträgen, die man mit Logistikdienstleistern abschließen kann. Wichtig für den Einkäufer ist dabei, sich vor den Verhandlungen schlau zu machen, was "die andere Seite" als Kalkulation zugrunde legt, wenn es um die Preisgestaltung geht. Bei manchen Spediteuren scheint dies offenbar eher das Bauchgefühl zu sein, denn eine transparente und nachvollziehbare Kalkulation. Man kennt halt den Markt!
Wie man Ausschreibungen richtig gestaltet, welche Daten man einholen sollte, wurde hinreichend erklärt. In den Ausschreibungen kann man bereits den Punkt der qualitätsabhängigen Preisgestaltung mit einbringen, z.B. durch ein schadensabhängiges Bonus-Malus-System. Vor allem steht allerdings die Analyse dessen, was in einem Jahr von A nach B transportiert werden muss. Das ist in manchen Unternehmen leichter gesagt als getan.
Zur Berechnung von Transportkosten gibt es eine einfache Formel:
K=(a*b) + (c*d) + e
Diese Formel wurde von Hans-Peter Stiemer, einige Male zitiert, um zu verdeutlichen, dass es scheinbar einfach ist, die Kosten nachzuvollziehen.
K= Kosten des einzelnen Transports
a= Zeitaufwand des Transports
b= fixe Kosten je LKW-Einsatzstunde
c= Länge der Fahrstrecke in Km
d= variabler Kostensatz je Kilometer
e= Fahrt-Zusatzkosten (z.B. Tagesspesen)
Freilich, die Informationen von "a" bis "e" muss man beschaffen und wie das geht, wurde vom Referenten erläutert, bis hin zu dem Hinweis, dass zur Berechnung der Entfernungen und des Zeitaufwands Map & Guide die Software der Logistik Profis ist.
Alles in allem ein interessanter Vortrag, wenn auch durch die Kürze der Zeit nicht alle Facetten der Logistikbereiche angesprochen werden konnten. Aber daür gibt es ja spezielle Seminare, Kongresse und Ausbildungsangebote, beim BME und bei der IHK. Mehr dazu unter:
www.bme.de/index.php?id=17&s_keyword=Logistik&s_ort=&s_datumvon=&s_datumbis=&s_katego