Rhetorik im Doppelpack
Rhetorik im Doppelpack war das Thema der BME/IHK Veranstaltung am 19.11.2014. Im Doppelpack spielten sich Andrea Sam & Bernhard Fischer dann auch während der zwei Stunden abwechslungsreich die Bälle zu.
Wie schafft man es, im Spannungsdreieck "Thema-Zuhörer-Redner" tatsächlich Spannung zu erzeugen? Zuhörer/-innen zu aufmerksamen Zuhörer/-innen zu machen ist eine Fähigkeit, die man erlernen kann. Freilich nicht in einem Vortrag und auch nicht in 2 Stunden.
Ein paar grundlegende Weisheiten:
Zunächst einmal muss man sich Gedanken machen, worum es den Zuhörer/-innen geht? Der Wurm muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler. Was ist die zentrale Botschaft, die nach dem Vortrag hängen bleiben soll? Diese gilt es im Vortrag zu wiederholen, damit es auch verstanden und gemerkt werden kann (ähnlich wie in der Werbung, einmal ist keinmal). Man braucht einen guten Einstieg und auch einen guten Ausstieg am Ende des Vortrags. Viel hilft viel ist bei einem Vortrag der falsche Ansatz.
Überhaupt ist die Beschäftigung mit dem Auditorium eine ganz wichtige Sache schon bei der Vorbereitung. Wen habe ich da vor mir, welche Kenntnisse zum Thema kann ich voraussetzen, wieviel Fachbegriffe muss ich erklären, gibt es gegensätzliche Auffassungen, die evtl. ausgeräumt werden müssen, gibt es ein Thema hinter dem Thema, wie ist die Stimmung zu diesem Thema, gibt es breite Zustimmung oder breite Ablehnung, etc?
Hört sich alles einfach an, ist es aber durchaus nicht. Eine gute Vorbereitung ist der halbe Erfolg. Die andere Hälfte des Erfolges kommt vom Redner bzw. der Rednerin selbst. Wer seine Persönlichkeit gewinnbringend mit in die Waagschale werfen kann, muss sich über Inhalte weniger Gedanken machen. Politiker machen es uns vor.
Ein wichtiger Punkt ist die Anfangsnervosität. Es gilt, sie möglichst schnell zu überwinden oder gar nicht erst aufkommen zu lassen. Über das "Wie", muss man sich selbst Gedanken machen. Angela Merkel hilft offenbar die Hände zu einer Raute zu formen.
Hilfreich ist auf jeden Fall gut vorbereitet und zeitig in den Konferenz- oder Vortragssaal zu gehen (nicht hetzen). Unterlagen und Hilfsmittel in Ruhe kontrollieren und bereit legen, usw. Und wenn es dann losgehen soll, auf Ruhe und Aufmerksamkeit warten, mit Gestik und Mimik begrüßen, die ersten Sätze zum "Warming Up" benutzen, sich auf sicherem Boden bewegen, Blickkontakt mit den Zuhörerinnen und Zuhörern suchen.
Das waren nur einige Tipps, wie man einer Rede zum gewünschten Erfolg verhilft. Das Wichtigste dabei ist allerdings immer der Redner oder die Rednerin selbst. Natürlich bleiben und nicht versuchen, die Rolle eines- oder einer anderen zu kopieren.
Der rhetorische Doppelpack war interessant und viel mehr kann man in der kurzen Zeit auch nicht vermitteln. Wer häufiger in die "Bütt" steigen muss und sicherer werden will, der kann sich in mehrtägigen Kursen mit individuellem Coaching, den letzten Schliff zum Vortragen holen. Entsprechende Angebote und Trainer/-innen gibt es reichlich.