BME-Region Darmstadt

22.05.2014

Total Supplier Management

Mit dem Untertitel "Ganzheitliches Risikomangement entlang der Supply Chain" konnte Prof. Dr.-Ing. Robert Dust auf unterhaltsame Art den Teilnehmern der IHK/BME Veranstaltung am 21.05.2014 die Tücken des Risikomangements näher bringen. Als Insider, vor allem der Automobilindustrie, weiß er um die Mogelpackungen, die mit viel manuellem Aufwand als Supplier Informationssysteme in den Unternehmen existieren. Mogelpackung deswegen, weil viele Systeme nicht verhindern können, dass der Risikofall plötzlich eintritt und Abnehmer vor große Probleme stellen können.

Kernpunkt eines funktionierenden Risikomanagements muss laut Prof Dust deshalb immer eine Trenderkennung sein. Das heißt alle Daten, die von Lieferanten gesammelt werden müssen Vorhersagen erlauben, die frühzeitig erkennen lassen, ob ein Lieferant zu einem Risiko wird.

Lieferanten Tracking wird in vielen Untenehmen gemacht, das heißt die Daten sind grundsätzlich vorhanden. Was fehlt ist die Verknüpfung der Daten zu einem Profil, die dem Einkäufer zeigen, wie sich ein Lieferant in der Zeitabfolge entwickelt.

Wenn man sich anschaut, wie hoch die externe Wertschöpfung in den Industrie-Unternehmen im Durchschnit ist (75%), dann erkennt man sehr schnell, dass die Bedeutung der Lieferanten für den Erfolg der Unternehmen steigt. Mit immer mehr Leistungen, die von Lieferanten bezogen werden, steigt aber auch die Komplexität. Eine systematischeKontrolle und Prognose ist daher unerlässlich.

Bei der Betrachtung, wenn etwas schief geht, schiebt man all zu oft den Lieferanten den schwarzen Peter zu, statt der Frage nachzugehen, wie der Prozess aussieht, der zu Fehlentwicklungen führt? In vielen Fällen liegt es nämlich am Abnehmer selbst.

Riskomangement macht man nicht mal nebenbei. Deshalb ist es häufig notwendig, organisatorisch etwas zu ändern und Personalresourcen bereit zu stellen. Freilich, das stößt in vielen Unternehmen zunächst auf Ablehnung. Prof. Dust konnte zu diesem Punkt allerdings verdeutlichen, dass sich solche Investitionen sehr schnell durch Senkung der Prozesskosten amortisieren.

Zur Sprache kam auch, wie wichtig es ist, bereits bei der Auswahl neuer Lieferanten darauf zu achten, dass man alle erforderlichen Informationen einholt, bevor man die vertragliche Bindung in Angriff nimmt.

Prof.Dust hat es verstanden, das Thema Riskomangement in Ausschnitten aus der Praxis zu beleuchten. Freilich, in 2 Stunden kann man nicht alles in der Tiefe besprechen. Aber dafür gibt es ja die Seminare beim BME z.B. am 20. bis 21.11.2014 in Stuttgart.


http://www.bme.de/Programm.44263.0.html


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